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Über tausend Musikpädagogen kamen nach Lübeck
Das Klassenmusizieren war Hauptthema beim Bundeskongress für Musikpädagogik des Arbeitskreises für Schulmusik 2011
Am Sonntag, den 25. September ging der 43. Bundeskongress des Arbeitskreises für Schulmusik zu Ende – ein Kongress der Superlative, nicht nur weil es seit langem der erste Kongress im Norden und auch der letzte in alleiniger Verantwortung des AfS war. Auch nicht, weil über 1000 Teilnehmer/innen gekommen waren und der Kongress bereits einige Tage zuvor ausgebucht war oder weil Lübeck sich als Veranstaltungsort mitsamt herrlichem Wetter von der besten Seite zeigte.
Wesentlich für das Gelingen dieses Kongresses war sicher die Exzellenz der 160 Referenten aus dem In- und Ausland sowie die nahezu perfekte Organisation, die eine hohe Qualität in den ca. 220 Vorträgen, Seminaren und Workshops sicherte und somit die Erwartungen der aus ganz Deutschland angereisten Lehrer/innen voll erfüllen konnte.
Vor allem wurde die Relevanz des Themas („Musizieren mit Schulklassen. Praxis – Konzepte – Perspektiven“) für den Musikunterrichts an den allgemeinbildenden Schulen durch die musikalische Tätigkeit in den Workshops auf dem Kongress selbst deutlich. Ob streichen, trommeln, singen, blasen, tanzen, improvisieren, transformieren oder choreografieren - das praktische Musizieren ist der fruchtbare Boden, auf dem jeder andere Umgang mit Musik erst wirklich gedeihen kann und ... es macht auch noch Spaß.
Dies zeigte eindrucksvoll der A-Cappella-Chor VOCAL LINE aus Aarhus in Dänemark, der den Kongress am Donnerstagabend im Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle mit seinen artifiziellen und schwungvollen Songs eröffnete, dies zeigten ebenso die Auftritte von Lübecker Schüler/innen in den Mittagspausen oder von den Ensembles, die sich erst während des Kongresses gebildet hatten, aber bereits auf der großen Kongressparty für Stimmung sorgten.
Gleichzeitig wurde in Vorträgen und Diskussionen immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass das Musizieren mit Schulklassen sich nicht darin erschöpfen darf, „nur“ ein Instrument spielen zu lernen, sondern immer eingebunden sein muss in Konzepte allgemeiner musikalischer Bildung.
Als zuverlässige Kongresspartner erwiesen sich die Musikhochschule Lübeck, der Verband deutscher Schulmusiker, das Institut für Qualitätsentwicklung in Schleswig Holstein, Let´s make music sowie der Verband deutscher Musikschulen.
„Mit dieser rundum gelungenen Veranstaltung wurde die Messlatte für den ersten mit dem VDS gemeinsam geplanten „Bundeskongress Musikunterricht“ 2012 in Weimar erfreulich hoch gelegt – packen wir es an!“ so Jürgen Terhag, der Vorsitzende des AfS.
Musizieren mit Schulklassen. Praxis • Konzepte • Perspektiven
Kaum ein anderes musikpädagogisches Thema ist in den letzten Jahren so leidenschaftlich und kontrovers diskutiert worden wie die Frage nach dem Musizieren mit Schulklassen. Wo liegen die besonderen Chancen, aber wo auch die Grenzen des Klassenmusizierens? Kann es wirklich ein Unterrichtsprinzip sein oder dient es eher der Beschäftigungstherapie? Wie lässt sich das Klassenmusizieren schülerorientiert durchführen? Welche Kooperationen sind möglich, welche Modelle gibt es und welche Ziele können damit verfolgt werden? Lässt sich das Klassenmusizieren sinnvoll auch mit anderen Inhalten und Methoden des Musikunterrichts verbinden?
Der Arbeitskreis für Schulmusik lädt ein, vom 22. bis 25. September 2011 in den wunderschönen und großzügigen Räumlichkeiten der Musikhochschule und der Musik- und Kongresshalle in Lübeck Konzepte, Materialien und Methoden des Musizierens mit Schulklassen kennenzulernen, auszuprobieren und zu diskutieren.
Zahlreiche Kurse, Vorträge, Seminare und vor allem Workshops möchten – in Kooperation mit Let’s make music, dem Verband Deutscher Musikschulen (VdM) und dem Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) – neben den Musiklehrer/innen und Musikpädagog/innen an den allgemein bildenden Schulen auch Referendar/innen, Student/innen und Erzieher/innen ansprechen.
„Wenn das Musizieren im allgemein bildenden Musikunterricht so selbstverständlich geworden ist wie das Malen und Gestalten im Fach Kunst, wird der Musikunterricht auch gesellschaftlich noch stärker akzeptiert werden“, hofft AfS-Bundesvorsitzender Prof. Dr. Jürgen Terhag.